Küchenfronten - Nur eine Frage der Ästhetik?

Küchenfronten
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Küchenfronten müssen so einiges aushalten. Ständig werden sie angefasst, schmutzig gemacht und abgewischt. Trotzdem sollen sie auch nach Jahren noch aussehen wie neu. Die Wahl der passenden Küchenfronten kann also nicht allein eine Frage der Ästhetik sein. Das Material ist ebenso wichtig, muss es doch den täglichen Beanspruchungen standhalten. Deshalb stellt sich bei der Wahl der Fronten zu allererst die Frage: wer nutzt die Küche und wie?

Die Auswahl der Fronten muss wohl überlegt sein.

Mit dem Wissen wer die Küche wie nutzt, kann der Küchenspezialist die geeigneten Materialien empfehlen. Abgesehen von Vollholzküchen, werden für die Herstellung der Fronten MDF- oder Spanplatten verwendet. Der eigentliche Unterschied folgt dann in den aufgebrachten Materialien. Sie bestimmen Optik, Haptik und vor allem Qualität und Haltbarkeit.

Matt oder glänzend? Glas oder Kunststoff?

Mittlerweile ist kaum etwas unmöglich, wenn es um Fronten geht. Auch Glas, Acryl und Edelstahl gehören zu der großen Auswahl an Materialien und Formen. Es ist also wichtig, zu wissen, welches Material zu welchem Küchennutzer passt.

1. Folienfronten

Dünne Folien aus Kunststoff ummanteln die Front, ohne dass sich Fugen an den Kanten bilden. So lassen sich diese leicht mit Wasser und normalen Haushaltsreinigern sauber halten. Der Gestaltung sind nahezu keine Grenzen gesetzt: Es kann zwischen einfarbigen und mehrfarbigen Oberflächen gewählt werden, genau wie zwischen matten und glänzenden Flächen oder Holznachbildungen mit profilierter oder glatter Oberfläche. Folienfronten sind also pflegeleicht, vielseitig und dabei preisgünstig und eignen sich daher besonders für die erste eigene Wohnung oder junge Familien. Zu beachten ist aber, dass Folienfronten nicht hitzebeständig und säurefest sind und sich auch die Folie mit der Zeit vom Träger ablösen kann.

2. Kunststofffronten

Kunststofffronten eignen sich besonders für die Nachbildung von Holz, da ihre Oberfläche ähnliche Strukturen enthalten kann. Selbst seltene und teuerste Holzarten können so nachgebildet werden – und das ohne das Risiko von Farbveränderungen, die sich bei Naturmaterialien im Laufe der Zeit ergeben. Selbstverständlich lassen sich aber auch unifarbige Küchen mit den guten zu pflegenden Kunststoff-Fronten einrichten. Sie sind hitze- und säurebeständig, kratz- und stoßfest, dafür aber nicht aus natürlichem Material.

3. Die Schichtstoff-Arbeitsfront

Ganz besonders robust sind Fronten, die mit Schichtstoff belegt sind. Dadurch wird die Front dicker als eine Folien- oder Kunststoff-Front und ganz besonders widerstandsfähig und hitzebeständig. Anders als bei einem reinen Naturprodukt wie Holz kann auch hier eine relativ hohe Farbgleichheit über einen langen Zeitraum garantiert werden. Die Schichtstoff-Arbeitsfront besteht nicht aus natürlichen Stoffen und ermöglicht aufgrund der Härte nicht alle Formen und Strukturen.

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4. Fronten in Mattlack

Es erfordert mehrere Arbeitsgänge, bis eine Lackfläche die gewünschte dauerhafte Färbung und Strapazierfähigkeit aufweisen kann. Soll eine Mattlack-Oberfläche als Front in der Küche verwendet werden, wird zuerst der Stammlack aufgetragen und abschließend ein transparenter, matter Decklack. Er versiegelt die Front wirkungsvoll und gibt ihr einen seidigen und damit der Küche einen besonderen und individuellen Charakter. Je nachdem in wieviel Schichten der Lack aufgetragen wird, erhöhen sich Qualität und Preis der lackierten Fronten.

5. Fronten in Strukturlack

Neben seidigmatten und hochglänzenden Fronten hat sich eine weitere Art der Lackierung für Küchenmöbel durchgesetzt: das Aufbringen von Strukturlack. Die Oberfläche erhält auch nach dem transparenten Schlussanstrich eine fein strukturierte Anmutung. Die Front wirkt dadurch hochwertig und edel und ist gleichzeitig sehr strapazierfähig. Strukturlack-Fronten sind in vielen Farbtönen erhältlich, auch mit einer mehrfarbigen Lackierung oder mit einem sorgfältigen Kantenschliff, um Gebrauchsspuren nachzuahmen. Diese Art der Lackierung bietet sich vor allem für Landhaus-Küchen an. Der Strukturlack ist nicht kratzfest, aber einfach zu reinigen.

6. Die Küchenfront aus Hochglanz

Hochglänzend lackierte Fronten sind aktuell sehr beliebt. Hier wird die Front nach dem vollständigen Trocknen des ersten Anstrichs sorgsam matt geschliffen. Danach wird sie auf Hochglanz poliert und ihre Oberfläche zum Spiegeln und sie zudem extrem fest verschließt. Hochglanz-Fronten sind deshalb besonders widerstandsfähig und auch ohne chemische Mittel leicht zu reinigen. Allerdings sind Hochglanz-Fronten wie alle lackierten Fronten sehr empfindlich gegen Fingerabdrücke und Kratzer und vergleichsweise teuer.

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7. Die Küchenfront aus Echtholz

Entscheidet man sich für eine Küche aus Holz, kann man zwischen zwei Möglichkeiten wählen: Einer Küche aus Massivholz oder einer, deren Fronten mit einem Echtholz-Furnier belegt sind. Eine furnierte Küchen-Front ist wesentlich leichter als eine aus Front aus Vollholz. Holzoberflächen wirken generell besonders lebendig. Sie müssen aber unbedingt versiegelt werden, da sie sonst im täglichen Gebrauch aufquellen und sich verziehen. Außerdem sind Furnier-Fronten nicht schnitt- und kratzfest, dafür aber günstiger als Massivholz und trotzdem natürlich.

8. Küchenfront aus Glas

Wo man Einblicke ins Innenleben der Schränke gewähren möchte, sind Fronten aus Glas beliebt. Besonders in kleinen oder dunklen Küchen ist der Einsatz von Glas sinnvoll, da dieses Material weniger kompakt wirkt als eine Fläche aus Holz oder Kunststoff. Eine Front aus Glas kann klar und glänzend, satiniert, geätzt oder auch farbig und mit Bildern und Motiven bedruckt sein. Zudem sind Fronten in Glasoptik möglich. Hier wird ein strapazierfähiger Kunststoff eingesetzt, der wie eine Glasfläche wirkt, aber die Front leichter macht. Glasfronten sind leicht zu reinigen, dafür sehr anfällig für Fingerabdrücke. Auch die Auswahl an Griffen ist bei einer Glasfront begrenzter als bei anderen Küchenfronten.

9. Edelstahl-Fronten

Edelstahl-Fronten werden schon lange im Profi-Bereich eingesetzt, das sie robust, hygienisch und pflegeleicht sind. Auch in der privaten Küche schaffen sie ein edles und hochwertiges Erscheinungsbild. Edelstahl lässt aich zudem gut mit anderen Materialien kombinieren. Lange Freude an der Edelstahl-Front hat man aber nur bei regelmäßiger Pflege, denn Wasserflecken und Fingerabdrücke sind schnell sichtbar und das Material ist nicht kratzfest.

Fazit

Die Fronten unterstreichen den persönlichen Stil und machen Küche zur individuellen Traumküche. Trotzdem ist es wichtig, die Auswahl auf die tägliche Beanspruchung abzustimmen. Hier lohnt sich die Beratung durch den Küchenspezialisten, da er alle Fronten und Materialien kennt und Ihnen deshalb die zu Ihren Ansprüchen und Ihrem Geschmack passende empfehlen kann.